Ein Brief gegen Blaumacher.
Shownotes
Kürzlich las ich im Spiegel etwas, das mich nicht losgelassen hat: Forscher haben in einem Experiment in deutschen Supermärkten geschafft, dass sich Mitarbeitende seltener krank melden, ganz ohne Drohung und ohne Geld. Wie? Mit einem einzigen, popeligen Brief, der nichts weiter enthielt als die eigenen Fehltage und die Information, wo die Kollegen im Schnitt liegen. Kein erhobener Zeigefinger, keine Anwesenheitsprämie, keine verschärfte Attestpflicht, nur Zahlen. Und plötzlich sanken die Krankmeldungen, vor allem die verdächtig kurzen über genau einen Tag, die meistens auf einen Freitag oder Montag fielen.
Das wirklich Spannende: Es waren nicht die jungen Leute mit befristetem Vertrag, die ihr Verhalten geändert haben, sondern die Kollegen kurz vor der Rente, also genau die, die nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren haben. Was das über uns Menschen sagt? Wir wollen zur Gruppe gehören, immer, mit 25, mit 64 und mit 84. In dieser Folge erzähle ich dir auch, warum Anwesenheitsprämien das genaue Gegenteil bewirken und Geld kaputt macht, was vorher selbstverständlich war. Ich zeige dir, wo so ein Brief brutal nach hinten losgehen kann, nämlich bei den zuverlässigen Leuten, die plötzlich merken, dass sie eigentlich die Trottel im Team sind.
Wenn du Krankenstand bisher als Frage von Druck oder Geld gedacht hast, könnte diese Folge deine Sicht auf das Thema komplett verschieben. Und wenn du mit mir darüber diskutieren willst, komm in meine Skool Community, da treffen sich Führungskräfte, die mit Klarheit führen wollen statt mit Druck:
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00:00:01:
00:00:20: Plötzlich lase ich im Spiegel, dass ein Experiment dazu führe das Mitarbeitende sich weniger krank meldeten.
00:00:26: Und du denkst jetzt wahrscheinlich na klar die ja mit Konsequenzen gedrohen mit Abmahnung vielleicht?
00:00:30: Mit einer fetten Anwesenheitsprämie, irgendwas Drastisches halt.
00:00:34: Falsch!
00:00:35: Es war ein Brief.
00:00:36: Ein einziger popliger Brief der den Mitarbeitenden nach Hause geschickt wurde.
00:00:42: und in dem Brief stand ich etwa jetzt reiß dich mal am Rieben oder wir behalten nicht im Auge sondern nur zahlen.
00:00:48: Du hast bisher so und zu viel Tage gefehlt.
00:00:51: Deine Abwesenheizkote liegt bei x Prozent Und damit du das einordnen kannst die Hälfte deiner Kollegen liegt unter einen Prozent.
00:01:00: Männich Keiner hobener Zeigefinger keine Drohung, keine Strafandrohungen im Kleingedruckten.
00:01:05: Und plötzlich ging die Krankmeldutz zurück?
00:01:08: Vor allem die kurzen!
00:01:09: Du weißt schon, ein Tag weg und das fällt dann auffällig oft auf einen Freitag oder Montag.
00:01:14: Kennst du das aus seinem Team?
00:01:15: Diese Tage an denen plötzlich vier Leute gleichzeitig die gleiche Magendahngeschichte haben... ...und ganz zufällig liegt am Sonntag ein Familienfest oder am Donnerstag das Konzert, auf das alle wollten.
00:01:26: Aber jetzt kommt der Teil, der mich wirklich umgehauen hat.
00:01:29: Du würdest erwarten, dass besonders die Leute mit befristetem Vertrag brav waren.
00:01:34: Weil ... dir was zu verlieren haben.
00:01:36: Ihren Job nämlich!
00:01:38: Oder die jungen Ehrgeizsingen, die ihre Chefin nicht enttäuschen wollen.
00:01:41: Logisch oder?
00:01:43: Falsch... Es waren die Kollegen kurz vor der Rente, die im Grunde nichts mehr zu gewinnen aber auch nix mehr zu verliern haben.
00:01:51: Was sagt ihr das jetzt?
00:01:52: Es war keine Angst, die da gewirkt hat es war etwas für tieferes.
00:01:56: Menschen wollen zur Gruppe gehören und wenn du jemandem schwarz auf weiß zeigst, schau mal so machen es die anderen dann passt er sich an.
00:02:04: Nicht aus Schwäche sondern weil das ein Grundbedürfnis ist dass wir nie los werden.
00:02:08: nicht mit fünfundzwanzig nicht mit vierundsechzig nicht mit vierundachtzig.
00:02:12: Wir sind alle scharfe und das ist nicht beleidigen gemeint!
00:02:16: Wir gucken nach links und nach rechts und dann ordnen wir uns ein.
00:02:20: Die Norm ist ansteckender als jede Drohung Und jetzt kommt der eigentlich Knaller.
00:02:25: Die selbe Forschungsgruppe hat in einer anderen Studie genau das ausprobiert, was du als Chefin oder Chef wahrscheinlich zuerst probieren würdest.
00:02:35: Geld dafür, dass die Leute regelmäßig kommen – eine Anwesenheitsprämie.
00:02:40: Klingt logisch nicht wahr?
00:02:41: Blone, was Du sehen willst!
00:02:43: Das Ergebnis war das genaue Gegenteil.
00:02:45: Die Leute waren noch öfter weg.
00:02:48: Weißt Du wieso?
00:02:49: Eine Anwesenheitsprämie ist wie wenn Du dann im Kind plötzlich Geld dafür gibst, dass es zur Schule geht.
00:02:54: Vorher war das selbstverständlich und jetzt ist es ein Geschäft.
00:02:57: Und ein Kind, dass gemerkt hat, dass es Geld für etwas gibt was eh selbstverständlicher war fängt es an zu verhandeln.
00:03:04: Mama ich hab aber heute Bauchwee!
00:03:07: Was bekomme ich wenn ich trotzdem gehe?
00:03:09: Geld macht auf Selbstverständlichkeit eine Verhandlung und in einer Verhandlungen über das Auftauchen kannst du als Fußkraft nur verlieren.
00:03:18: Jetzt komme ich zum Teil der mir am meisten Bauchschmerzen macht.
00:03:21: so ein Brief kann auch komplett nach hinten los gehen.
00:03:24: Stell dir vor, du bist die zuverlässigste Seele im Team.
00:03:27: Kommst du immer, ziehst durch, schleppst den Laden und plötzlich liegt ein Brief in einem Briefkasten, dem steht... Ah!
00:03:32: Guck mal, deine Kollegen fehlen ja viel mehr als du.
00:03:35: Was machst Du?
00:03:36: Du fragst
00:03:36: dich?!
00:03:37: Warum genau Du der Trottel sein musst, der jeden Mittwoch mit Schnupfen reinkommt, während Susanne sich bei jedem Kratzen am Hals zwei Tage gönnt?
00:03:44: Deshalb haben die Forscher dem Brief auch nur an die geschickt, die wirklich überdurchschnittlich oft gefehlt haben – nicht dann alle.
00:03:52: Und genau das ist der Punkt an dem viele Führungskräfte das Werkzeug sofort kaputt machen würden.
00:03:57: Weil sie es einfach drüber kippen, über die gesamte Belegschaft.
00:04:01: Transparenz ist eine scharfe Klinge mein Lieber!
00:04:04: Die schneidet in beide Richtungen.
00:04:07: Was nehme ich aus dem Ganzen den mit?
00:04:09: Krankenstand ist fast nie eine Frage von Bestrafung und auch was nie eine frage von Geld.
00:04:14: Es ist fast immer eine Frage vor Norm-und Zugehörigkeit.
00:04:18: Du löst das nicht mit Druck und nicht mit Prämien sondern damit, dass deine Mitarbeitenden spüren wo sie stehen und wozu Sie eigentlich gehören wollen.
00:04:27: Und damit lande ich bei der eigentlich unangenehmen Frage die an dem Spiegelartikel zwischen den Zeilen steht Sind Deine Mitarbeitende Teil von etwas zu dem sie dazugehören wollen oder sind sie einfach nur da weil sie müssen?
00:04:40: Je weniger das Erste stimmt desto teurer wirds mit dem Krankenstand.
00:04:45: Mit Brief ohne Brief mit Prämie ohne Prämier.
00:04:49: egal Wenn du Führungskraftwerste mit mir darüber diskutieren willst, weil ich das Thema in deinem Alltag jeden Morgen einholt, komme in meine School-Community.
00:04:58: Den Link findest du in den Schonots!
00:05:00: Da treffen sich die Führungskräfte, die nicht mit Druck führen wollen sondern mit Klarheit.
00:05:05: Würde mich freuen, dich da zu sehen!
00:05:16: Der Podcast
00:05:20: von
00:05:20: und mit Kai Beuth,
00:05:21: dem Experten für das Thema Führung.
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