80 Prozent der Führungskräfte scheitern an dieser Stelle im Gespräch
Shownotes
Du bereitest dich auf ein schwieriges Gespräch vor. Fakten gesammelt, Beispiele parat, ruhig bleiben geübt. Und trotzdem geht es schief. Du sagst „Der Termin wurde nicht eingehalten" und dein Mitarbeiter hört „Du hältst mich für unfähig". In dieser Folge erkläre ich dir, warum das passiert, und was du dagegen tun kannst.
Nach der Harvard-Methode laufen schwierige Gespräche immer auf drei Ebenen gleichzeitig ab. Wer nur eine davon sieht, scheitert. Ich gehe alle drei mit dir durch, mit Beispielen aus meinen eigenen 37 Jahren Führungserfahrung, inklusive dem Moment, in dem ich als CEO alle aus einem Meeting geschmissen habe, weil meine Identität getriggert wurde.
In dieser Folge erfährst du:
Warum du in neun von zehn Gesprächen auf der Interpretationsebene startest und dabei glaubst, du bist bei den Fakten.
Warum 80 Prozent aller Führungskräfte an der zweiten Ebene scheitern, weil ein einziger Glaubenssatz in ihren Köpfen sitzt wie Kaugummi unter einem Schultisch.
Was die Identitätsebene ist, warum sie nie laut ausgesprochen wird, und warum ein einziger falscher Satz dein Gespräch sofort tötet.
Wie du alle drei Ebenen vorher durchgehst, damit dein nächstes schwieriges Gespräch da ankommt, wo es ankommen soll.
Stone, Patton, Heen: „Difficult Conversations" (Harvard Negotiation Project)
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00:00:01: Der Podcast von und mit Kai Beuth, dem Experten für das Thema Führung.
00:00:28: Und trotzdem ist da dieses Ziehnen im Bauch, das einfach nicht weggeht und du weißt auch warum.
00:00:33: Weil Du ernst dass es wieder schief gehen wird und dann fühlst Du das Gespräch und es geht schief!
00:00:40: Du sagst der Termin wurde nicht eingehalten.
00:00:44: an deinen Mitarbeitenden gehört?
00:00:46: Du hältst mich für unfake!
00:00:47: Du redest über ein Verhalten und dein Gegenüber hört.
00:00:51: du magst mich nicht.
00:00:52: Das selbe Wort.
00:00:53: zwei komplett verschiedene Gespräche in zwei verschiedenen Welten Wie zwei Menschen, die auf verschiedenen Bahnsteigen stehen und sich wundern, warum der Zug nie ankommt.
00:01:04: Es gibt einen Satz, den ich jeder Führungskraft empfehle, sich über den Schreibtisch zu hängen!
00:01:10: Das Gespräch das Du glaubst zu führen ist nicht das Gespräch dass tatsächlich stattfindet.
00:01:15: Und der Grund dafür ist, dass bei jedem schwierigen Gespräch drei Ebenen gleichzeitig ablaufen immer egal wie banal das Thema wirkt.
00:01:24: Das stammt üblich aus der Harvard-Methode von Stone, Pattern und Hin.
00:01:28: Ich habe das also leider nicht erfunden?
00:01:30: Aber ich führe meine Gespräche seit über zwanzig Jahren nach diesem Verfahren... ...und es funktioniert!
00:01:35: Wer nur eine Ebene sieht, scheitert.
00:01:38: Lass mich dir zeigen was ich meine.
00:01:40: Die erste Ebene klingt harmlos.
00:01:42: Was ist passiert?
00:01:44: Wann hat wer etwas gesagt?
00:01:46: Zahlen dachten Fakten.
00:01:47: Klingt einfach
00:01:48: oder?!
00:01:49: Ist es aber überhaupt nicht, weil du in neun von zehn Gesprächen schon auf der Interpretationsebene loslegst und dabei fest davon überzeugt bist dass du bei den Tatsachen bist?
00:02:01: Ein Beispiel.
00:02:02: Du hast den Termin verpasst!
00:02:04: Das ist eine Tatsache.
00:02:06: Du nimmst das hier nicht ernst.
00:02:08: Das klingt nach Tatsacher... ...ist es aber nicht.
00:02:11: Das ist deine Deutung.
00:02:13: Und ein Mitarbeiter hat eine völlig andere.
00:02:15: Der sagt doch Natürlich nehme ich das ernst, ich hatte einen Notfall von dem du nichts weißt.
00:02:21: Und dann streitet ihr euch über etwas dass ihr beide gar nicht gemeint habt und keiner versteht den anderen... ...und am Ende geht ihr auseinander und denkt beide der andere hat nicht zugehört.
00:02:31: Deswegen geregelt!
00:02:33: Trennt die Tatsache von der Interpretation jedes mal bevor du den Mund aufmachst.
00:02:39: Wenn du bei dir selbst merkst Dass Du Sätze denkst wie Der nimmt es nicht ernst oder Die hat sich aufgegeben oder die sucht sich bestimmt einen neuen Job, dann weißt du dass du gerade nicht bei den Fakten bist.
00:02:53: Du bist ein Kopfkino und Kopfkno ist ein mieses Drehbuch für ein echtes Gespräch!
00:02:59: Und jetzt kommen wir zu dem Punkt an dem es richtig interessant wird wo ich behaupte das Achtzig Prozent aller Führungskräfte rausfliegen... ...die Gefühle!
00:03:08: Warum fliegen so viele raus?
00:03:10: Weil in deren Köpfen ein Satz sitzt, der sich festgebrannt hat wie Kaugummi unter einem Fultisch.
00:03:17: Gefühle sind unprofessionell!
00:03:20: Als Fußkraft muss man über den Ding stehen und das ist kompletter Quatsch.
00:03:25: Wenn dein Mitarbeiter einen Fehler macht und du bist genervt dann bist du genervt.
00:03:31: Das ist ein Gefühl.
00:03:32: Jetzt pass auf was passiert wenn Du dieses Gefühl weg drückst und versuchst sachlich zu bleiben?
00:03:37: Du wirst steif Deine Stimme klingt anders.
00:03:41: Dein Kiefer hängt anders und dein Gegenüber sitzt da und spürt sofort, dass du etwas anderes meinst als du sagst.
00:03:48: In dem Moment beröckelt das Vertrauen Und du merkst es nicht mal!
00:03:54: Dein Job als Führungskraft ist es deine Gefühle angemessen auszudrücken.
00:03:59: Mich hat das frustriert.
00:04:00: Das ist angemessen.
00:04:03: Du bist ein Idiot Das ist es nicht.
00:04:06: Dieser eine Satz, dieser Unterschied in der Formulierung entscheidet darüber ob das Gespräch weitergeht oder in einen Grabenkampf kippt aus dem keiner mehr raus kommt.
00:04:18: Ich sagte dass weil ich das selbst jahrelang falsch gemacht habe, ich hab meine Gefühle weggedrückt weil ich dachte das macht mich professionell.
00:04:25: was dabei herauskam war eine immer größere Distanz zu meinen Mitarbeitenden und Distanz!
00:04:31: Zu deinen Mitarbeitern ist wie eine Glastür die du langsam zuschraubst.
00:04:35: Irgendwann steht ihr voreinander, ihr seht euch.
00:04:38: Ihr redet sogar aber es kommt nichts mehr an.
00:04:41: und jetzt sieht dritte Ebene die schwierigste Die bei der es wirklich gefährlich wird.
00:04:47: Dein Mitarbeitender sitzt ihr gegenüber und die ganze Zeit läuft in seinem Kopf eine einzige Frage Bin ich noch okay?
00:04:56: Bin ich kompetent?
00:04:58: Magst du mich noch?
00:04:59: Gehöre ich noch dazu?
00:05:01: Das ist die Identitätsebene Das Stück des Gesprächs, das nie laut ausgesprochen wird, dass aber über allem liegt wie ein zweiter Schleier.
00:05:11: Und wenn du einen einzigen Satz falsch setzt hört die Person ab dem Moment nicht mehr zu weil in ihrem Kopf ein Alarm los gilt.
00:05:21: Ein Alarm Los geht!
00:05:23: Die hält mich schon fähig.
00:05:24: der respektiert mich nicht und dann kannst Du so sachlich sein wie Du willst.
00:05:28: das Gespräch ist tot Wie ein Funkgerät bei dem die Antenne abgebrochen ist.
00:05:33: Du sendest noch, aber es empfängt keiner mehr.
00:05:36: Ich kenne das selbst!
00:05:37: Ich war mal in einem Meeting so wütend auf einen Marketingleiter der während meiner Strategievorstellung einfach auf seinem Laptop getippt hat dass ich alle aus dem Rauchen geschmissen habe.
00:05:46: wirklich wenn ich ehrlich bin ging es dabei meine Identität.
00:05:50: die Fakten waren mir in den Moment egal und mein Gefühl hätte ich noch kontrollieren können aber meinem Kopf lief man einziger Satz Der respektiert mich nicht Und dieser Satz hat mich so getriggert, dass ich völlig überreagiert habe als CEO vor dem gesamten Team.
00:06:07: Die Lösung für diese Ebene klingt simpel ist aber harte Arbeit!
00:06:13: Du sicherst die Identität deines Gegenübers bevor du Kritik anbringst – du sagst?
00:06:19: Wie schätze
00:06:20: dich?!
00:06:21: Deine Verlässlichkeit steht hier überhaupt nicht zur Debatte und was ich ansprechen will, ist ein konkretes Verhalten.
00:06:27: Das klingt nach Beispiel oder?
00:06:30: Ist es aber überhaupt nicht, das ist Architektur.
00:06:33: Bebaust den Gespräch erst als Fundament bevor du das Haus und das Dach draus setzt.
00:06:38: Wer direkt mit dem Dach anfängt, dem stürzt alles zusammen.
00:06:42: Mir ist Faktig mal!
00:06:44: Dein letztes Gespräch was schief gegangen ist.
00:06:46: auf welcher Ebene bist Du gescheitert?
00:06:48: Bei den Tatsachen weil Du eine Deutung für einen Fakt gehalten hast.
00:06:53: bei den Gefühlen weil Du sie runtergeschluckt hast oder dein Gegenüber das gespürt hat oder bei der Identität, weil dein Mitarbeitender ab einem bestimmten Satz einfach dichtgemacht hat.
00:07:05: Wenn du das nächste Mal vor einem Gespräch sitzt, dass dir Bauchmerzen macht, geh vor diese drei Ebenen durch!
00:07:11: Was sind die Fakten?
00:07:13: Wirklich?
00:07:14: Was fühle ich?
00:07:14: und wie sage ich da so, dass es das Gespräch
00:07:17: weiterbringt?!
00:07:18: Was braucht man gegenüber damit er mir überhaupt zuhören kann?
00:07:22: Das ist Handwerk – und Handwerk lässt sich lernen.
00:07:26: in Siebenundreißig Jahre in Führung habe ich genau vier Abmahnungen ausgesprochen und drei Leute fristlos gekündigt.
00:07:33: Es sieht also nicht daran, dass sich davor zurückschreckern aber jedes einzelne dieser Gespräche hab' ich genau nach diesem Verfahren geführt, weil es funktioniert.
00:07:43: Führungen soll sich nicht anfüllen wie etwas das so jeden Tag neu hochhippst Wenn es sich so anfühlt fehlt das Handwerk Nächste Woche.
00:07:54: da plane ich was.
00:07:56: Wenn du mal im E-Mailverteiler bist, dann wirst du davon
00:08:15: erfahren.
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