Erst verabschieden, dann durchgehen: Was eine Glitzertür über Führung weiß

Shownotes

An der Schule meiner Kinder gibt es eine selbstgebaute Tür mit einem Glitzervorhang, goldenen Sternen, einer Fee und einem Zauberer. Sie heißt die Magic Door, und durch sie gehen die Kinder am Ende jedes Schuljahres in das nächste. Erst verabschieden sie sich von den alten Lehrerinnen, mit Tränen und langen Umarmungen. Dann gehen sie durch die Tür. Und auf der anderen Seite begrüßen sie die neuen Lehrerinnen, erst einmal nur per Handschlag.

In dieser Folge nehme ich dich mit durch diese Tür. Denn was Achtjährige dort ganz selbstverständlich machen, bekommen die meisten Führungskräfte über die Jahre nicht mehr hin: einen Übergang sauber gestalten. Wir stehen am Anfang der zweiten Jahreshälfte, und ich stelle dir die Frage, die zählt. Bist du eigentlich schon durch deine Tür gegangen, oder heizt du noch die alte Wohnung?

Du erfährst, warum der Abschied der wichtigste und meistübersprungene Schritt ist, warum du durch die Tür gehen musst, bevor du dir sicher bist, und warum sich deine zweite Jahreshälfte am Anfang ruhig noch nach Handschlag anfühlen darf und noch nicht nach Umarmung.

Die drei Reflexionsfragen aus der Folge:

Wovon hast du dich aus der ersten Jahreshälfte verabschiedet, und was schleppst du noch mit, obwohl du es längst hättest loslassen müssen?

Stehst du schon auf der neuen Seite, oder klemmst du noch in der Tür?

Worauf freust du dich, auch wenn es sich heute erst nach Handschlag anfühlt und noch nicht nach Umarmung?

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:20: Am Mittwoch stand ich wieder in der Aula der Schule meiner Kinder.

00:00:23: Auf der Bühne eine selbst gebaute Tür, kein Rahmen aus dem Baumarkt, keine aufwendige Technik.

00:00:28: Eine Tür aus blauem Holz, übersät mit goldenen Sternen.

00:00:32: Links eine gemalte Femit-Zauberstab, rechts ein Zauberer und in der Mitte hängt einen voran ausschimmernden Perlen, der bis zum Boden reicht.

00:00:41: Diese Tür sieht seit gut zehn Jahren exakt gleich aus vermutlich länger!

00:00:45: Ich bin jetzt fünfmal mit meinem ältesten Sohn durchgegangen und gestern zum vierten Mal mit dem Jüngsten – sie heißt die Magic Door Und sie funktioniert immergleich.

00:00:54: Rechts auf der Bühne stehen die Lehrerinnen vom laufenden Schuljahr Links die Lehrerinnen vom nächsten Jahr.

00:01:00: Das Kind kommt herein und verabschiedet sich zuerst rechts, mir.

00:01:04: es kommt der Teil, der mich gestern zum neunten Mal umgehauen hat.

00:01:08: Da wird gedrückt!

00:01:09: Und zwar richtig – da fließen Tränen!

00:01:11: Manche Kinder hängen minutenlang am Hals von der Lehrerin, die sie ein ganzes Jahr lang gefördert hat.

00:01:16: Erst danach schiebt das Kind die Glitzerfähnen mit beiden Händen auseinander, geht durch, lächelt und ist auf der anderen Seite ein Ja… älter geworden.

00:01:28: Links warten die neuen Lehrerinnen, sie kennen das Kind noch nicht also gibt es erstmal die Hand höflich ein bisschen schüchtern voller Vorvoll auf dass was kommt?

00:01:37: umarmung rechts, Handschlag links und ich bekomme da jedes mal Pipi in den Augen wie vermutlich alle Eltern an dieser Aula.

00:01:45: einmal habe ich noch Da geht mein Jüngster in die Sekundarstufe und die Magic Door ist für uns Geschichte.

00:01:51: Und genau da hab' ich gedacht Das is Florent!

00:01:53: Das ist die ganze Weite über Übergänge in einem einzigen Bild Denn dass diese Tür den Kindern beibringt, haben die meisten Führerskräfte über die Jahre verlernt.

00:02:01: Die Magic Door sagt nämlich nicht rein weiter – das nächste erwartet schon, sie sagt!

00:02:06: Erst verabschieden, erst drücken was wahr, erst abschließen… Dann durchgehen... Der Übergang hat eine Reihenfolge und die ist nicht verhandelbar.

00:02:15: Wir sind heute am Anfang der zweiten Jahreshälfte Und ich frag dich mal ganz ehrlich Bist du eigentlich durch deinem Tür gegangen?

00:02:21: Oder stehst du noch mit einem Fuß im alten Halbjahr und tust nur so aus hättest du es hinter dir gelassen?

00:02:27: weil das die Sache ist, die ich bei so vielen Seele geführen.

00:02:30: Die schleppen das alte halb Jahr mit?

00:02:32: Das Projekt, das im Frühjahr in die Wand gefahren ist?

00:02:34: Das Gespräch mit der Mitarbeiterin, dass sie seit Wochen aufschieben?

00:02:38: Die Entscheidung, die eigentlich schon im Mai fällig war!

00:02:41: Sie marschieren in die zweite Jahreshälfte aber innerlich sind sie noch in den ersten.

00:02:46: Wie jemand, der umzieht und die alte Wohnung trotzdem weiter heizt.

00:02:49: Du zahlst für einen Traum, in dem du gar nicht mehr wohnst.

00:02:53: Und deshalb will ich heute mit dir durch die Tür gehen... In drei Schritten.

00:02:57: Genau in der Reihenfolge, in der die Kinder was machen.

00:02:59: Erstens – Die Verabschiedung.

00:03:01: Das ist die Seite, die alle überspringen wollen und es ist die wichtigste.

00:03:05: Frag dich!

00:03:06: Wovon musst du dich aus den ersten Jahren das Hälfte eigentlich verabschieben?

00:03:10: Und ich meine nicht nur die schönen Dinge….

00:03:12: Ich meine auch die Mitarbeiterin bei der du dir endlich eingestehen musst dass es nicht mehr passt.

00:03:18: Die Idee an der Du fest gehalten hast.

00:03:21: Obwohl die Zahlen seit Monaten etwas anderes sagen Vielleicht auch eine Art zu führen, die im ersten Tag ja nicht funktioniert hat.

00:03:27: Zu vorsichtig!

00:03:28: Zu schwammig!

00:03:29: Zu sehr darauf bedacht dass Dich alle mögen.

00:03:32: Die Kinder drücken die alten Lehrerinnen fest weil Abschied Energie braucht.

00:03:37: Du kannst nichts loslassen das du nie richtig in die Hand genommen hast.

00:03:41: Also nimm es in die hand Einmal Richtig Und dann lass los.

00:03:47: Zweitens der Durchgang selbst.

00:03:48: Das ist der Moment In der Tür Und weißt du, was mich an den Kindern fasziniert?

00:03:54: Die zögern da nicht.

00:03:55: Die schieben die Perlen auseinander und gehen!

00:03:57: Kein Kind bleibt in der Tür stehen und überlegt ob das nächste Jahr vielleicht doch zu schwer wird.

00:04:02: Bei uns Erwachsene ist genau das der Punkt an dem wir hängen bleiben.

00:04:05: Wir stehen mitten in der Türe halten die Ferien in der Hand und kommen wieder vor noch zurück.

00:04:10: Diese Lähmung kennen viele Du hast das alte halbjahr satt aber das neue traust du dich nicht anzufassen.

00:04:17: Führung heißt durchgehen bevor du dir hundertprozentig sicher bist.

00:04:22: Die Sicherheit kommt nicht vor dem Schritt, sie kommt durch den Schritt!

00:04:26: Und drüppens die Begrüßung – die neue Seite.

00:04:30: Worauf freust Du Dich in der zweiten Jahreshälfte?

00:04:32: Und Achtung hier ist die ehrliche Wahrheit aus dem Bild.

00:04:36: Die neuen Lehrerinnen bekommen erstmal nur die Hand.

00:04:40: keine Unarmung weil Vertrauen noch nicht da ist.

00:04:42: Vertrauen kann auch noch nicht dasein.

00:04:44: man kennt sich ja erst seit... dreißig Sekunden Und genau das ist die Erlaubnis, die ich der Röte geben will.

00:04:51: Deine zweite Jahreshälfte muss sich noch nicht warm und vertraut anfühlen – das neue Team, das neue Ziel, die neue Rolle!

00:04:57: Das darf sich am Anfang noch nach Handschlag anfühle, höflich?

00:05:01: Ein bisschen fremd?

00:05:02: Noch nicht in den

00:05:03: Armen?!

00:05:04: Gimmarmung kommt später….

00:05:05: sie kommt ab Ende des halben Jahres, nicht am Anfang.

00:05:09: Wer am dritten Tag schon alles fühlen will was man erst nach Monaten fühlt, macht sich nur verrückt... Diese Tür ist seit über zehn Jahren unverändert und ich glaube, das ist kein Zufall.

00:05:19: Manche Dinge müssen sich nicht weiterentwickeln weil sie schon richtig sind!

00:05:25: Der saubere Abschied vom Alten der mutige Schritt durch die Tür – der respektvolle erste Groß ins Neue.

00:05:32: Das funktioniert bei einer achtjährigen genauso wie bei einer Geschäftsführerin mit vierundzwanzig Mitarbeiterinnen.

00:05:38: Nur dass es den Kindern jemand beibringt.

00:05:41: Dir bringt es keiner bei.

00:05:42: Du stehst einfach irgendwann im Juli Und dein Job?

00:05:46: Du stehst einfach irgendwann im Juli in deinem Job und solltest es können.

00:05:51: Also bevor du dich heute wieder in dem Tag stürzt, nimm dir die drei Minuten.

00:05:55: stell dir deine eigene Tür vor mit dem Glitzervorhang mit den Sternen was auch immer du dahin hängst!

00:06:00: Und dann beantworte für dich diese drei Fragen ehrlich.

00:06:05: Wovon hast du dich aus der ersten Jahrhaushälfte verabschiedet und was schleppst du noch mit obwohl du's längst hättest drücken und loslassen

00:06:11: müssen?!

00:06:12: Stehst du schon auf der neuen Seite oder klemmst du noch in die Tür?

00:06:16: Und worauf freust Du Dich, ob wenn es sich heute erst nach Handschlag anfühlt und noch nicht nach Umbarmung.

00:06:22: Geht durch Deine Tür!

00:06:24: Die ganze zweite Jahreshälfte liegt nur vor Dir – und keine, die führt soll am dritten Tag schon das Gefühl haben, dass Beste sei vorbei.

00:06:32: Das ist kein Zuhaaranspruch, das ist das Minimum.

00:06:36: Und wenn du jetzt so's bekommen hast, noch mal die Schulbank zu drücken dann meine ich den schönen Teil davon.

00:06:39: Ich meinte den Austausch auf dem Pause nur auf das Quaction mit Gleichgesinnten.

00:06:43: Das ehrliche.

00:06:44: Kennst du es auch?

00:06:45: Zwischen Tür und Angel Die Lehrpläne Die Hausaufgaben Die Prüfungen Die lassen wir weg.

00:06:51: Genau das gibt es bei mir in der School-Community.

00:06:53: Wir sind schon über hundert Führungskräfte und wir freuen uns besonders auf deinen Impuls Deine Erfahrungen Und auch deine Fragen.

00:07:00: Ganz kostenlos Komm durch die Tür Diesmal in unsere.

00:07:04: Den Link Findest Du In der Beschreibung.

00:07:07: Ich freue mich auf

00:07:25: dich!

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