Was passiert, nachdem der Chef ausrastet
Shownotes
Was, wenn dein Chef dich nicht ständig kontrolliert, weil du zu wenig kannst – sondern weil du ihm zu stark wirst?
Ich hatte einmal einen Chef, der alles entscheiden wollte, mich nach oben praktisch unsichtbar machte und irgendwann versuchte, mich vor meinem eigenen Team bloßzustellen.
Was dann passierte, habe ich bis heute nicht vergessen.
In dieser Folge erzähle ich dir, was ich aus dieser Zeit gelernt habe, woran du einen unsicheren Chef erkennen kannst – und warum die wichtigste Frage irgendwann nicht mehr lautet: „Wie gehe ich besser mit ihm um?“
🎧 Hör rein, wenn du einen Chef hast, bei dem du immer häufiger denkst: Irgendetwas stimmt hier nicht.
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Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:19: Ich habe mal alle Teilnehmer aus einem Miet herausgeschmissen.
00:00:22: Alle, bis auf einen Bereichsleiter und den hab ich anschließend angeschrien und ziemlich zusammengefaltet.
00:00:29: Ein anderes Mal habe ich eine Führungskraft zu mir ins Büro bestellt und lautstark zur Sau gemacht.
00:00:34: Wenn ich heute manche Diskussion auf Link den lese, dann weiß ich ziemlich genau was viele wahrscheinlich damals über mich gesagt hätten Kuliriker unprofessionell untragbar als Führungskraft rausschmeißen Und wisste was?
00:00:45: Das Verhalten war tatsächlich nicht in Ordnung.
00:00:48: Darüber müssen wir gar nicht diskutieren.
00:00:50: Mich beschäftigt inzwischen aber eine ganz andere Frage Was passiert eigentlich danach?
00:00:55: Ich frag mich gerade ohnehin ob mehr solche Geschichten nur besonders auffallen weil ich mich im Moment intensiv mit toxischen Führskräften beschäftige.
00:01:03: Ich habe gerade ein kostenloses Training dazu gemacht, vielleicht ist es also einfach dieser Effekt Du kaufst dir ein bestimmtes Auto und plötzlich siehst du überall genau dieses Auto.
00:01:14: oder das passiert tatsächlich grade mehr?
00:01:16: Vielleicht hat es auch etwas mit der wirtschaftlichen Situation zu tun mit dem Druck, den vielen Unternehmen herrscht Mit Unsicherheit!
00:01:24: Mit Zahlen die nicht stimmen Umstrukturierungen.
00:01:29: Vielleicht sucht sich dieser Druck manchmal ein Ventil.
00:01:33: Ich weiß es nicht, dafür habe ich keine belastbaren Zahlen.
00:01:36: Aber was mir auffällt?
00:01:38: Ich sehe gerade unglaublich viele Geschichten über Chefs die Mitarbeiter anschreien öffentlich bloß stellen oder komplett die Beherrschung verlieren und darunter immer dieselbe Empörung Geht gar nicht sofort kündigen.
00:01:54: Solche Menschen dürfen keine Mitarbeiter führen.
00:01:57: Und noch einmal, das Verhalten geht auch nicht!
00:02:00: Aber ich wundere mich inzwischen darüber dass wir alle wahnsinnig guteren sind dieses Verhalten zu verurteilen.
00:02:06: und erstaunlich schlecht sind wir darin die nächste Frage zu stellen... Was machen wir jetzt?
00:02:11: Unter einem dieser Beiträge hatte eine Frau ihre eigene Geschichte erzählt.
00:02:16: ihr Chef hatte sie vor allen anderen angeschrieben und offenbar lag der Fehler um den es ging nicht einmal bei ihr sondern bei ihm Und hinterher kam er zu ihr?
00:02:24: Jetzt könnte man denken, okay.
00:02:28: Er hat sich wieder beruhigt!
00:02:29: Er hat verstanden was gerade passiert ist und jetzt kommt eine Entschuldigung.
00:02:33: Nein, er sagte sinngemäß ich kaufe ihn nachher ein Eis.
00:02:38: ganz ehrlich Ich finde das fast zynisch Denn ein Eis ist keine Entschuligung Wie der Netz sein ist keine Verantwortungsübernahme.
00:02:47: Am nächsten Tag so tun als sei nichts gewesen Ist keine Verantwortung.
00:02:51: übernahme Und auch zu erklären, warum man so wütend geworden ist, ist noch keine Verantwortungsübernahme.
00:02:58: Verantwortung beginnt für mich mit einem ziemlich einfachen Satz.
00:03:03: Mein Verhalten war falsch und ich kann das so deutlich sagen weil ich selbst auf der anderen Seite gestanden habe.
00:03:10: Nach einer meiner Ausraster kam mein Kogeschätzführer zu mir.
00:03:14: Keine große Intervention, kein Leadership Coach, keinen dreihundertsechzig Grad Feedback.
00:03:20: Er fragte mich einfach Was war das denn?
00:03:23: Und dann haben wir uns unterhalten.
00:03:25: Das Interessante war, ich wusste ja, dass mein Verhalten falsch gewesen war!
00:03:30: Ich saß da nicht und dachte... was wollt ihr eigentlich alle von
00:03:33: mir?!
00:03:34: Der, der Typ hat's doch verdient!
00:03:36: Ich wusste, dass ich so nicht mit einem Mitarbeiter umgehen sollte.
00:03:40: Und ich wusse auch ziemlich genau, was mich getriggert hatte.
00:03:45: Das war für mich wichtig.
00:03:46: Nicht weil der Trigger meinen Verhalten entschuldigt hätte, das tut er nicht aber weil ich dadurch verstanden habe, woran ich arbeiten muss.
00:03:55: Das ist für mich bis heute ein entscheidender Unterschied.
00:03:58: zu verstehen warum ich mich falsch verhalte heißt nicht mein Verhalten zurechtfertigen.
00:04:03: im Gegenteil wenn Ich verstehe was da bei mir passiert kann ich anfangen Verantwortung dafür zu übernehmen.
00:04:11: und genau das habe ich gemacht.
00:04:13: ich hab mich entschuldigt Für meinen Ton!
00:04:16: Nicht für den Inhalt dass es mir wichtig denn ich war in der Sache weiter in der Meinung, dass das was sich angesprochen hatte, angesprochen werden musste.
00:04:26: Meine Kritik war nicht plötzlich verschwunden aber die Art und Weise wie sie vorgebracht hat war falsch.
00:04:33: Beides kann gleichzeitig wahr sein.
00:04:35: Ich kann in der sache recht haben und mich als Führungskraft trotzdem vollkommen daneben benehmen Und dann muss ich nicht meine Position zurücknehmen Aber... ...ich muss Verantwortung dafür übernehmen wie ich mit einem Menschen umgegangen bin.
00:04:52: Und dann habe ich angefangen an mir zu arbeiten, das ging jeweils nicht so!
00:04:56: Ich hatte diese eine große Erkenntnis und ab diesem Tag war Kai ein völlig anderer Mensch?
00:05:01: Schön
00:05:01: wär's?!
00:05:02: Ich hatte zunächst ein wesentlich bescheideneres Ziel nur noch einmal im Quartal ausrasten.
00:05:08: Klingt heute ein bisschen absurd, na aber so... ...und dann wurde daraus einmal im Halbjahr, dann einmal im Jahr maximal….
00:05:17: …und irgendwann Passierte es gar nicht mehr, seit Jahren schon nicht mehr.
00:05:22: und darüber habe ich irgendwann nachgedacht.
00:05:24: Warum eigentlich?
00:05:25: Bin ich heute so unglaublich guter in meine Emotionen zu kontrollieren?
00:05:30: Kann ich kurz vor der Explosion tief durchatren und bis zehn zählen?
00:05:35: Nein!
00:05:36: Das ist es gar nichts.
00:05:37: Ich rasse heute nicht mehr aus weil ich nicht mehr Ausrasten will.
00:05:41: das ist für mich ein riesiger Unterschied.
00:05:43: Am Anfang ging es darum mein Verhalten zu kontrolliern.
00:05:46: Irgendwann hat sich meine Haltung zu diesem Verhalten verändert.
00:05:51: Ich brauche das nicht mehr, ich will dass nicht mehr und deshalb muss ich mich auch nicht jeden Morgen zusammenreißen damit ich meinen Mitarbeiter nicht
00:05:59: anschreihe.".
00:06:01: Und vielleicht ist es auch der Grund warum wir manche Reaktionen auf solche Geschichten inzwischen irritieren denn dieses Verhalten habe ich aber vielen Führskräften erlebt und sehr schnell wissen dann alle was passieren muss.
00:06:16: Weg mit dem Rausschmeißen, der darf keine Menschen führen.
00:06:20: Und manchmal kann das tatsächlich die notwendige Konsequenz sein.
00:06:24: Vor allem wenn jemand seinen Verhalten überhaupt nicht einsieht, wenn es immer wieder passiert Wenn andere Menschen dauerhaft darunter leiden müssen.
00:06:35: Wenn eine Führungskraft jede Verantwortung von sich weist Niemand muss sich jahrelang anschreien Er niedrigen oder vor anderen bloß stellen lassen nur weil wir an die Entwicklungsfähigkeit von Menschen glauben.
00:06:49: Aber zwischen dieses Verhalten ist nicht akzeptabel und dieser Mensch ist nicht veränderbar, liegt für mich ein ziemlich großer Raum Und den überspringen wir erstaunlich schnell.
00:07:00: Das finde ich merkwürdig Denn beim Mitarbeitern reden wir ständig von Entwicklung.
00:07:05: Wir wollen dass sie Feedback annehmen Dass Sie aus Fehlern lernen Dass Sie Ihr Verhalten reflektieren Dass Sie Verantwortung übernehmen.
00:07:16: Aber wenn eine Führungskraft einen massiven Fehler macht, ist unsere erste Entwicklungsmaßnahme plötzlich rausschmeißen.
00:07:24: Und damit will ich Führungskräfte die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln überhaupt nicht ins Schutz nehmen – im Gegenteil!
00:07:30: Ich möchte mehr Verantwortung, nicht weniger, denn so bin ich halt keine akzeptable Antwort.
00:07:37: Ich bin eben temperamentvoll auch nicht und der hat mich provoziert schon gar nicht.
00:07:44: Wenn ich Führungskraft bin, bin ich für meinen Verhalten verantwortlich.
00:07:48: Auch wenn ich unter Druck stehe!
00:07:50: Auch wenn mein Mitarbeiter ein Fehler gemacht hat auch wenn ich richtig sauer bin und wenn ich diese Verantwortung nicht übernehmen will dann haben wir tatsächlich ein ziemlich großes Problem.
00:08:02: aber wenn jemand sagt ja das war falsch Ich weiß was da passiert ist.
00:08:07: Ich entschuldige mich dafür.
00:08:09: Ich arbeite daran dass es nicht wieder passiert.
00:08:13: Dann interessiert mich, was danach passiert.
00:08:16: Und dabei vergessen wir noch jemanden – den Mitarbeiter!
00:08:19: Denn wenn eine Fuchskraft vor versammelter Mannschaft einen Menschen zusammenschreit können wir nicht nur fragen Was machen wir jetzt mit dem Chef?
00:08:28: Wir müssen auch fragen, was machen wir für die Person, die da gerade stand?
00:08:34: Wer geht zu diesem Menschen?
00:08:35: Wer sagt das war nicht in Ordnung?
00:08:38: Wer sorgt dafür dass Sie oder er, nicht am nächsten Morgen ins Büro kommt und alle so tun uns wenigstens.
00:08:44: Überhaupt nichts gewesen!
00:08:45: Wer schützt diese Person in das Verhalten sich wiederholen?
00:08:48: Und gleichzeitig brauchte sie jemandem der zur Führungskraft geht.
00:08:51: Nicht drei Wochen später, nicht irgendwann im Jahresgespräch sondern möglichst nah an der Situation.
00:08:58: Und vielleicht muss dieser Mensch gar keine komplizierte Couching-Frage stellen.
00:09:03: Vielleicht reicht zunächst genau die Frage, die mein Co-Geschäftsführer mir damals gestellt hat... Was war das
00:09:09: denn?!
00:09:22: Der Podcast von
00:09:23: und mit
00:09:24: Kai Beuth, dem Experten
00:09:26: für das Thema Führung.
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